2004 IN NEUSEELAND

Nachfolgend eine knappe Zusammenfassung eines Urlaubs am anderen Ende der Welt. Nach Wochen des Abwägens zwischen Safari in Afrika oder Flucht ans andere Ende der Welt hat Neuseeland letztendlich gewonnen, so dass sich wir im Oktober 2004 schließlich ins Land der Kiwis und Maori aufmachten … und zwar nicht als Backpacker, denn in diesem Punkte konnte ich mich  durchsetzen.

07.-08. und 09.10.2004 München – Christchurch

Am 07.10.2004 Abflug in München mit Flug EK52 der Air Emirates um 22.35 Uhr nach Dubai (6 Stunden). Dort zwei Stunden Aufenthalt bis zum Weiterflug via Melbourne nach Christchurch (16,5 Stunden). Essen an Bord war durchweg gut, hab nur permanent schlecht bzw. nicht geschlafen.

Nach Ankunft am 09.10.2004 um 13:25 Uhr Ortszeit in Christchurch sind wir erst einmal im vorgebuchten Hotel Chateau on the Park am Hagley Park abgestiegen. Noch am Flughafen hatten wir unser Mietwagen von Maui Rentals für die nächsten drei Wochen abgeholt: ein kleiner silberfarbener Mitsubishi Echo (in Europa: Yaris). Das Wetter in Christchurch war frisch und windig! Kaum hatten wir das Hotelzimmer bezogen, dienste das Hotelbett der notwendigen Nachmittagsruhe. Etwas erholter gingen wir am frühen Abend zum Burger-Essen in die Coyote Street Bar an der Oxford Terrace am Avon-Flüßchen, sind aber bereits bald wieder zurück zum Hotel durch den Hagley Park gelaufen. Dass noch deutlich frischer geworden war, störte uns am ersten Tag in Neuseeland noch nicht.

10.10.2004 Christchurch – Oamaru

„Erst einmal richtig ausschlafen!“ hieß das Motto. Nach dem Check-out frühstückten wir spät in einem netten, kleinen Café in Christchurch. Bei heißem Kaffee und belegten Bagels begann es draußen zu regnen. Knapp vor Mittag starteten wir unsere Neuseeland-Tour in Richtung Ostküste über Ashburton und Temuka nach Timaru, ein witziges Städtchen, eher verschlafen.

Nach Kaffee und Kuchen unterwegs landeten wir schließlich in Oamaru im Waitaki Destrikt der Südinsel und suchten uns für die Nacht das Backpacker „Swaggers“, 25 Wansbeck Street: nach meinem Geschmack eine eher einfache Unterkunft. Im Städtchen war es am Sonntag doch eher sehr ruhig. Am Nachmittags wollten wir uns in der Waterfront Road eine Kolonie blauer Pinguine ansehen. Die wären aber erst abends aus dem Wasser gekommen, und der Eintritt von 15 Doller erschien auch etwas viel. Nach einem kleine Spaziergang durchs nahezu ausgestorbenen Oamaru fassten wir lecker Essen bei Fat Sally’s Pub & Restaurant: sehr gutes Essen im einem heimeligen und geschmackvoll eingerichteten Restaurant mit Pub, in dem wir nach dem Essen noch ein Gute-Nacht-Bier hoben. Von Monteith’s gab es ein durchaus leckeres Radler-Bier.

11.10.2004 Oamaru – Dunedin – Te Anau

In Omamaru gefrühstückt und gegen 10:00 Uhr Abfahrt Richtung Dunedin. Unterwegs zu den „Moeraki Boulders“: große Steinkugeln mit rund 4 Meter Umfang; sollen vor 4 Mio. Jahres aus vulkanischen Aktivitäten entstanden sein. Die Maori hielten sie für versteinerten Proviant Ihrer ersten Vorfahren. In Dunedin („Ein Stück Schottland am Ende der Welt“) Stadtluft geschnuppert: Schöne und größte Stadt Otagos mit tollen Cafés und Bars. Sehr schön auch St. Paul’s Cathedral mitten in Dunedin. Der schöne Bahnhof stammt von 1907; die Fassade soll an Pfefferkuchen erinnern (darum nannte man den Architekten George A. Troup später auch „Gingerbread George“). Schöne erhaltene, viktorianische Häuser. Ist auch Geburtsstadt von Thomas Bracken, der den Text der neuseeländischen Nationalhymne textete („God defend New Zealand“).

Später ging es bei sonnigem Wetter auf der Otago-Halbinsel zum Taiaroa Head mit der einzige Festlandkolonie von Albatrossen. Auf Otago steht auch Larnach Castle, Neuseeland einziges Schloss. Bauherr war ab 1873 Bankier und Politiker William Larnach, der sich aber wegen Ehe- und Finanzproblemen bei einer Parlamentsdebatte selbst erschoss. Schade, auch weil wir das Schloss verpasst haben. Nachmittags bei schlechterem Wetter über Milton und Balclutha Weiterfahrt nach Gore, keines Städtchen mit weit und breit Nichts zum Übernachten war. Daher bis abends noch nach Te Anau gefahren. Achtung: potentielle Strafzettel-Strecke! Wir mussten 80 Dollar an einen relaxten Polizisten berappen. In Te Anau im ansehnlichen Te Anau Lake View Holiday Park für 75 Dollar gelandet. Die Restaurant-Auswahl in diesem kleinen Örtchen war eher dürftig (die üblichen touristischen Standards), sind schließlich aus Hungers-Not doch bei einem Burger-Brater geladen. Nachts dann Regen …

12.10.2004 Milford Sound – Queenstown

Nach kurzem Selfmade-Frühstück frühmorgens Aufbruch zum „Milford-Sound“ bei schönem, sonnigen Wetter. Dorthin führte eine sehr schöne 150 km lange Fahrstrecke – besonders weil kaum jemand unterwegs war. Weltklasse-Landschaft und sehr beeindruckend: der lang gezogene Lake Te Anau und das impossante Berpanorama in Morgenstimmung. Vorbei an den „Mirror Lakes“ (nett, aber eher belanglos), durch Eglinton Valley bis zum 1,2 km langen „Homer Tunnel“, ein enger, finsterer Tunnel. Im Fjord selbst immer vor Augen: der 1.692m hohe Mitre Peak, bei uns mit wolkenverhangenem Gipfel. Eine 1,5-stündige „Scenic Cruise“ für 69 NZ$, die den Milford Sound bis hinaus auf die Tasman See führt, war ganz nett, aber etwas lang und nicht unbedingt notwendig (vor allem wer norwegische Fjorde kennt). Rückblickend könnte der „Doubtful Sound“ empfehlenswerter gewesen sein. Dennoch: sehr beeindruckende Landschaft!

Bei schlechter werdendem Wetter fuhren wir nach Mittag nach Te Anau zurück und auf Highway 6 weiter Richtung Queenstown, das wir großräumig umgehen wollten, aber aus Übernachtungsgründen dann doch ansteuern mussten. Ein lautes, unschönes Städtchen für degenerierte Spaßtouristen, die sich nicht selbständig beschäftigen können und permanent fremdorganisierte Action brauchen. Aber leider in einer wunderschönen Landschaft gelegen. Hier im Winter Skifahren bestimmt beeindruckendes Erlebnis.

Schwierige Zimmersuche: Haben nur noch ein Zimmer im „Lakeside Backpacker“ für unverschämte 59 Doller bekommen: die grottigen Zimmer mit eben solchem Bad auf dem Flur waren – gelinde gesagt – unter aller Sau. Sind daher tagsdrauf gleich frühmorgens um 7:00 Uhr Richtung Wanaka und Haast-Pass aufgebrochen.

13.10.2004 Queenstown – Fox Glacier

In einer langen Tour von Queenstown aus über Wanaka und den Haast-Pass ging es bis zum Fox-Gletscher (Fox Glacier). Wegen unserer „Flucht“ aus Queenstown gab es leckeres Frühstück in Wanaka an selbigem See: Ein wunderschöner „Place to be“. Ein tolles Städtchen an einem schönen See! Tatsächlich „die gelassene Antwort auf Queenstown“. Und eine traumhafte Bergwelt drumherum! Im Winter sollen Skitouren zum Treble Cone und Cardona Skifield sehr klasse sein.

Am niedrigen Haast-Pass auf ca. 550 m (benannt nach dem deutschen Geologen Julius von Haast) kam wieder einmal schlechtes Wetter auf. Der Bau der Straße auf dem von Haast entdeckten alte Maori-Pfad dauerte 10 Jahre. Steile Abfahrt! Am Meer auf Highway 6 am Lake Moeraki vorbei bis zum Fox-Gletscher dauerte es ein paar Stunden. Der Fox-Gletscher, kleiner Bruder des Franz-Josef-Gletscher, gehört zum 3764 m hohen Mount Cook (oder Aoraki) und reicht bis aus Meeresspiegelhöhe, was im Regenwaldklima ungewöhnlich ist. Arg ansehenlich war er nicht mehr. Dafür war das vorgebuchte Zimmer im gediegenen Fox Glacier Hotel umso ansehnlicher und abends noch schnell ein paar E-Mails geschrieben.

14.10.2004 Fox Glacier – St. Anaud

Bei immer noch bewölktem Himmel ging die heutige Etappe bis nach St. Arnaud, kleinem Skiort am Lake Rotoiti. Skifahren wäre an sich noch klasse gewesen, aber die lokale Saison war vorbei. Auf der Strecke dorthin über Hokitika und Greymouth (Vorbuchung der Unterkunft in der Tourist Information; sehr hilfreich und empfehlenswert). Mit leerem Tank haben wir im kleinen Goldgräberdorf Ross am Highway 6 leicht verstört nach einer Tankstelle gesucht und schließlich neben einem Kramerladen eine unscheinbare Zapfsäule gefunden. Auf diesen Schreck hin genehmigten wird uns ein witziges Lunch in einem sehr heimeligen Pub mit guter Küche (solche Locations hätte ich mir in manchen Städtchen häufiger gewünscht).
In St. Arnaud in der Alpine Lodge, einer Art Jugendherberge im Schweizer Baustil, sind wir für 55 NZ$ untergekommen. Nachts gab es einen großen Unfall vor der Lodge, bei dem ein Tanklasters mit einem entgegenkommenden Lkw frontal zusammenstieß. Die ganze Nacht war das halbe Dorf auf den Beinen …

15.10.2004 St. Anaud – Motueka

Bei noch immer regnerischen Wetter sind wir über Nelson nach Motueka in der Tasman Bay gefahren. Haben dort im „White Elephant“ (Backpacker umter deutsche Leitung) ein nettes Zimmer gebucht – hübsches Haus im viktorianischen Stil. Für den nächsten Tag haben wir einen Tour durch den Abel Tasman National Park geplant, bei hoffentlich trockenem Wetter. Von hieraus haben wir auch gleich für zwei Tage Bed & Breakfast in Blenheim vorgebucht.

Die „Wirtsleute“ haben uns eine Kneipe fürs Abendessen empfohlen. Dort gab es zum guten Essen auch gleich ein Konzert einer Bands namens „Stangely Beautiful“. Spätabends hat es uns auf dem Heimweg mal wieder richtig eingeregnet.

16.10.2004 Motueka – Blenheim

Hossa, die Sonne scheint! Wir sind in Marahau am Eingang zum Abel Tasman National Park ins „Water Taxi“, kleine schnelle Boot für ca. 10 Fahrgäste, gestiegen die Küste des National Parks entlang gefahren. Sind dann in der Enchorage Bucht für den Rückweg zu Fuß „ausgesetzt“ worden: die ca. 12 km haben knapp 3 Stunden gedauert. Bin zu Beginn gleich mit der Flut aneinander geraten: wollte eigentlich nur durch einen kleinen Wasserfluss laufen. War dann aber gleich mal bis zur Brust im Wasser gestanden. War zwar blöd, war aber so! Haben erst danach den Track entdeckt, der einen sicheren Umweg in Flutzeiten macht. Mit nassen Klamotten tapfer durch den Nationalpark gelaufen. Super schöne Sandbuchen, klasse Aussichten und sehr interessante Natur und Vegetation. Lohnt sich!

Sind dann spätnachmittags noch nach Blenheim zu unserer B&B bei Pauline und Peter (im Grove Drive) gefahren. Wir trafen ein sehr bemühtes Ehepaar, das auch etwas „strange“ anmutete – so wie unser gemietetes Zimmer mit Stofftür in Größe einer Salon-Tür als Abtrennung zum Badezimmer. Aber gut: Nichts menschliches sollte einem fremd sein.

17.10.2004 Blenheim

Heute früh gab es ein interessantes Frühstück von Peter: anhand einer Liste konnte man sich am Vorabend das Frühstück zusammenstellen. Und diese Liste war ein dicht beschriebenes DIN-A4 Blatt! Danach fuhren wir nach Blenheim und buchten für 49 NZ$ eine Weintour durch die Marlborough Region. Da bis Mittag noch Zeit war, zur Cloudy Bay rausgefahren und in die Sonne etwas gedöst. Um 13 Uhr Weinverkostung in 10 Weingütern rund um Blenheim. Nach der sechsten Location hätte es dann auch gereicht; man schmeckte dann einfach keine Unterschiede mehr. Großteils sehr gute Weine und interessante Marketingkonzepte! Könnten sich deutsche Weinbauern durchaus etwas abschauen: Cloudy Bay, Framingham, Huia, Nautilus Estate, Seresin (meine persönlichen Favoriten), Hunters oder Villa Maria.

Danach zum Ausgleich der Alkoholzufuhr im Town Centre eine Kleinigkeit gegessen; da Sonntagnachmittag war Innenstadt völlig ausgestorben. Sind früh aufs Zimmer zurück und haben uns für Nordinsel eingelesen. Morgen geht’s nämlich nach Wellington auf die Nordinsel!

18.10.2004 Blenheim – Wellington

Nochmal Frühstück beim unglaublichen Peter, der erzählte, dass er einer von 15 Geschwistern ist. Seine Großeltern waren Iren und machten bereits in Sachen Weinanbau. Um 10 Uhr lief unsere Fähre nach Picton aus und die Überfahrt war durchaus turbulent, weil das Wetter stürmisch und windig war. Whrlich gesagt: Es war nicht von schlechten Eltern! Nach 3,5 Stunden Fahrt über die 23 km breite Cook Strait in der Hauptstadt Wellington angekommen und das Wetter war gleich blöd wie in Picton (soll angeblich in zwei Tagen besser werden).

Wellington ist klasse! Hat mir sofort gefallen: Es ist großstädtisch, aber dennoch übersichtlich. Witzige Häuser mit etwas Art-Decó und klasse Kneipen und Bars z.B. The Establishment, RAIN, One red dog, Hummingbird, jet bar, Matterhorn, Concrete usw. (mit geschultem Werberauge auch gleich Saatchi & Saatchi entdeckt). Wir wohnen im echt netten „Richmond B&B“ (70 NZ$), das sehr zentral liegt. Abends sind wir bei echt ungemütlichem Regen in die Stadt gelaufen und haben uns im familiär-gemütlichen „Nicolini’s“ am Courtenay Place, lecker italienisch den Bauch vollgeschlagen.

19.10.2004 Wellington – Masterton

Nach dem Frühstück haben wird den 196 m hohen Lookout auf Mount Victoria erklommen. Danach noch etwas Sightseeing u.a. mit den „Beehive“ und der romantischen Old St. Pauls. Die Katedrale St. Pauls dagegen musste nicht sein. Man sollte in Wellington außerdem ein Auge auf Modelabels haben: Zambesi, Kirkcaldie & Stains, Unity Collection, Nicholas Blanchet, Karen Walker, Rixon Groove, World Brand und das Wellington Fashion Festival.

Nachmittags sind wir nach Masterton gefahren, Hauptstadt der Schafscherer und eine langweilige, kleinbürgerliche Stadt mit 20.000 Einwohnern. Anfang März gäbe es hier das Championship „The Golden Shears“ (Rekord: 716 Schafe in 9 Stunden); aber leider schien dieser Ort den Rest des Jahres in allgemeiner Ödness zu versinken: Um 17 Uhr hatten alle Länden zu und nichts war mehr los – auch die Bewohner schienen weggeräumt.

Aber zum Glück: Es war Filmfestival in Masterton. Daher gab es ein Kino und ein Café, die länger geöffnet hatten. Wir entschlossen uns für das wahrscheinlich geringste Übel, mussten bis Filmstart aber noch 2,5 Stunden im Café totschlagen. Schließlich hatten wir tatsächlich „Stepford Wives“ mit Meryl Streep angeschaut und der Film war besser als befürchtet (und das aus meinem Mund, der ich Meryl Streep per se schrecklich finde) … Über die kasernenartige Unterkunft im „Chanel Court“ (vorne huj, hinten pfui! Und wer hat das eigentlich „Chanel“ genannt?) für 50 NZ$ sprechen wir lieber nicht mehr.

20.10.2004 Masterton – Napier

Nach Mittag sind wir in Napier an der Hawke Bay angekommen und in der „Aqua Lodge“ schön untergekommen. Wir haben uns erst einmal etwas ausgeruht und eine Ladung Wäsche gewaschen (schon witzig, diese amerikanischen Top-Lader). Nachmittags haben wir uns die bekannten Art-Deco-Häuser im Zentrum angeguckt und Napier gilt zurecht als eine der schönsten Art-Deco-Städte weltweit. Ein Erdbeben hat am 3. Februar 1931 die Stadt innerhalb von 3 Minuten so zerstört, dass sie drei Jahre lang – im damals zeitgemäßen Art-Deco – neu erbaut werden musste.

Am Kidnappers Cape findet man neuseeländische Tölpel (gannet), weltweit die Kleinsten der Gattung. Abends haben wir bei schönem Sonnenschein im „Rouge“ lecker gegessen und während dessen wurden im Lokal die Möbel zur Seite geräumt, weil ein Salsa-Tanzkurs abgehalten werden sollte. War witzig, den Leuten beim Tanzenlernen zuzusehen …

21.10.2004 Napier – Gisborne

Morgens im i-site das „Sponge Bay Motel“ (80 NZ$) in Gisborne vorgebucht. Wir sind bei wolkenlosem Himmel Richtung East Cape losgefahren. Abstecher auf die Mahia-Halbinsel gemacht, wo uns ein Australier, der in den 80er Jahren in München als Squash-Lehrer gearbeitet hat, als Deutsche erkannt hat – super. Mahia aber war klasse!

Nachmittags in Gisborne angekommen, haben wir Lebensmittel eingekauft. Abends sind wir am Inner Harbour im teuren Yacht-Lokal gelandet: Das Draußensitzen war etwas frisch, aber das Essen war sehr sehr lecker.

Tagsdrauf gab es einen entspannten Tag am Wainui Beach, wo angeblich immer die Surfer sind … aber nix war es mit Surfern. Beständig dagegen ist die Tatsache, dass man in Gisborne bzw. am Mount Hikurangi – von der Datumsgrenze her berechnet – den ersten Sonnenaufgang eines neuen Tages auf Festland erlebt. Nachmittag im „Café Verve“ abgehangen und Geld für die nächste geplante Tour zum einsamen East Cape abgehoben (ging übrigens wie in New York prima mit EC/Maestro-Karte). Wir haben den Te Araroa Holiday Park gebucht und zu Abend gegessen im „World Café„. Seit heute abend ist übrigens Petras guter Reiseführer weg und mein Marco-Polo-Reiseführer taugt leider nicht viel.

22.-23.10.2004 Gisborne – Te Araroa (Eastcape)

Auf dem State Highway 35 geht es zum East Cape, dem östlichsten Punkt und eine der am wenigsten bereisten Gegenden Neuseelands. In Tolaga Bay gab es die alte 660 m lange Werft-Pier zu sehen und an der Captain Cooks zweiten Anlandeplatz. Spätnachmittags kamen wir in Te Araroa an, einem winzigen Ort am East Cape. Hier gibt’s so gut wie nix mehr! Wir fahren zum weißen Leuchtturn über Schotterpisten. Wetter klarte etwas auf, es wird sonniger, juche! Landschaftlich ist das hier reine Weltklasse …

Die Tourist Cabin für 50 NZ$ im Holiday Park ist unter aller Sau! Das Mieseste, in dem ich je übernachtet sollte. Bettzeug ist klamm und die Einrichtung weniger als provisorisch! Wir beide wollen hier nur die Augen zumachen und gleich im Morgengrauen Richtung Rotorua wieder abhauen. Ich bin knapp davor, die Rechnung nicht zu bezahlen …

24.10.2004 Te Araroa – Rotorua

Um 7:00 Uhr sind wir ohne Checkout bei Regen losgefahren: Über Whakatane nach Roturua. Bei Omaio haben wir mitten im Nichts in Café am Straßenrand lecker gefrühstückt.

Nach Morere Hot Springs bestand ich auf einen Besuch im „Hell’s Gate„, ein vulkanisches Areal mit übel stinkenden Geysieren und Schlammteichen, um mich auch etwas für die besch… Nacht zu entschädigen. Für 16 NZ$ echt sehens- und riechenswert! Überhaupt: Es riecht in der ganzen Stadt immer nach Schwefel.

In Rotorua haben wir zwei Übernachtungen im Eaton Guesthouse und im Treks geplant sowie den Besuch einer Maori Culture Show mit Essen für 75 NZ$ gebucht (man muss ja schließlich auch mal richtig Tourist sein dürfen), die sich leider nicht wirklich gelohnt hat. Abgesehen davon, dass ich als einer aus dem Publikum Kriegsgrimassen der Maori einüben und vormachen musste….

Nach einer Nacht im Eaton sind wird gleich nach dem Frühstück ins Treks umgezogen und machten danach Souvernir-Shopping. Nachmittags ins „Buried Village„: Ein Freilichtmuseum eines Dorfes, das 1886 bei Vulkanausbruch verschüttet wurde. Das Ganze war für 20 NZ$ okay, aber eher unspektakulär. Abends entschieden wird uns für asiatisches Essen und haben gut geschlafen im Treks.

25.-26.10.2004 Rotorua – Paihia

Morgens sind wird in Richtung Bay of Islands gefahren – mit der Hoffnung auf Sonne im Gepäck. Wir hatten 550 km vor uns und sind über Hamilton, Auckland und Whangarei am Nachmittag bei mäßigem Wetter im Bella Casa Motel in Paihia angekommen. Das Motel war sehr gut und für die nächsten Tage ideal! Ursprünglich hatten wir beim Buchen auf den angepriesenen Pool spekuliert, der sich aber so kleines „Whirlpoolchen“ entpuppte. Wir wollen übermorgen eine Tour zum Cape Reinga machen, schlafen morgen aber erst einmal aus. Nach dem Essen in der Bar Mako konnten wir tatsächlich noch vorm Zimmer sitzen, ohne zu frieren!

Nach Frühstück nach Waitangi gelaufen , wo am 06.02.1840 im Vertrag von Waitangi von den Maori die Souveranität der Engländer akzeptiert wurde. Dennoch frustrierten uns die 10 NZ$. Auf einem Matschweg laufen wir später weiter zu den „Hurara Falls“, die wir aber nach mehr als 1 Stunde nicht erreicht hatten, was mich zum umkehren bewegte … Petra wollte weiter.

Nach der Rückkehr sind wir mit Fähre nach Russell übergesetzt, das genau gegenüber von Paihia liegt und die erste Hauptstadt Neuseelands war. Nettes Örtchen, das wie ein begehbares Freilichtmuseum wirkte. Mit letzter Fährte ging es zurück ans andere Ufer und den Abend haben wir idyllisch im Whirlpool beendet.

27.-29.10.2004 Paihia (Cape Reinga)

Heute hieß es „Dune riding“: Dazu wurden wir vom „Dune Rider„, einem umgebauten Unimok, um 7:00 Uhr morgens an unserem Motel abgeholt. Zunächst fuhren wir in einer kleinen Gruppe in die Nähe vno Kerikeri zum höchsten Kauri-Baum Neuseelands. Hatten mit Craig, dem Leiter unserer kleinen Gruppe, ein beachtliches Erzähltalent.

Nach Kaffeestopp an einer Souvenir-Station ging auf zum Cape Reinga, dem nordwestlichsten Punkt Neuseelands. Schlechtes Wetter machte das Beobachten des Zusammenfließens des Pazifischen Ozeans mit der Tasmanischen See leider etwas ungastlich. Das Erleben des beeindruckenden Orts wurde ein wenig von aufgescheucht hin- und herstürmender Touristen beschränkt: Schnell hin, Foto klick, schnell zurück – Hauptsache man kann’s zeigen, dass man da war.

Klasse war nach der Fahrt durch den Te Puke-Fluss das Sandboarding auf den Giant Dunes: Erst ewig hochlaufen, dann kopfüber auf dem Board die Düne runter! Die Dünen flösen anfangs durchaus Respekt ein, aber wenn man einmal über den Sand nach unten gerast war, war das ein Heidenspass. Die Fahrt den berühmten 90-Miles-Beach entlang war jedoch recht schell etwas öde, was die wirklich beeindruckende Länge der weißen Strände jedoch nicht schmälern soll. Der kurze Ausstieg am Cape Bluff blies noch einmal ordentlich Meerluft in unsere Lungen. Auf der Rückfahrt gab es wieder Stops an Souvernirläden, für Fish & Chips und zum Kiwi probieren.

Zurück waren wir um 19:30 Uhr und sind gleich wieder in der „Mako Beach Bar“ Burger essen gegangen. Und weil wir den Motel-Whirlpool noch nicht genutzt hatten, gönnten wir uns noch eine Runde Wassermassage und sind danach zufrieden und satt ins Bett gefallen. Morgen sollte es dann nach Auckland gehen.

30.10.2004 Auckland – München

Heute ist der letzte Tag! Wir sind mit einer Rast in Wellfords von Paihia nach Auckland, die City of Sails, gefahren. Dort checkten wir im vorgebuchten Best Western President Hotel mitten im Zentrum in einem kleinen Hotelzimmer ein. Kurz frisch gemacht ging’s zum Hafen und über die Queen Street retour. Am frühen Abend haben wir uns mit Flavia, einer ehemaligen Kollegen von mir, getroffen und sind zusammen ihrem Freunde nach Devonport zum Essen gefahren. Unterwegs gab’s eine famose Aussicht vom Mount Victoria auf die Skyline des nächtliche Auckland. Downtown Auckland gaben uns noch ein Bierchen und waren erst spät wieder im Hotel.

Am anderen Morgen hieß es Mietwagen abgeben und noch ein paar Stunden durch die Stadt streifen, bevor abends der Flieger zurück nach Europa geht. Nach Mittag trafen wir uns noch einmal mit Flavia und besuchten noch gemeinsam den Karekare Beach, an dem die bekannten Strandszenen des Films „Das Piano“ gedreht wurde, bevor wir zum Flughafen gefahren wurden.

Mit den Emirate Airlines ging es schließlich um 18:25 Uhr von Auckland aus via Brisbane, Singapur und Dubai zurück nach München. Ein sehr anstrengender Flug, aber dennoch heißt es: See you again, New Zealand!